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Home Automation

Home Assistant installieren: HA OS, Container oder Core?

Wer mit Home Assistant startet, scheitert oft schon an der ersten Frage: HA OS, Supervised, Container oder Core? Die falsche Wahl kostet später Nerven – fehlende Add-ons, Update-Chaos, kein Supervisor. Dieser Artikel vergleicht die vier Varianten ehrlich, gibt dir einen klaren Entscheidungsbaum und zeigt den Schnellstart für die zwei sinnvollsten Wege (HA OS auf dem Raspberry Pi, HA als Docker-Container). Am Ende weißt du genau, welche Variante du installierst – und warum.

Harry_im_Homelab31 (Portrait)
Harald
2026-06-20 · ~5 Min. Lesezeit
Die vier Home-Assistant-Installationsvarianten im Vergleich.
Die vier Home-Assistant-Installationsvarianten im Vergleich.
Teil eines Guides

Dieser Artikel ist Teil des Home Assistant Guides – dem kuratierten Lernpfad für dein Smarthome.

Home Assistant ist die Schaltzentrale für ein lokales, datenschutzfreundliches Smarthome – aber der Einstieg beginnt mit einer Entscheidung, die viele Anfänger überrumpelt: In welcher Form installiere ich es überhaupt? Es gibt vier offizielle Varianten, und die Wahl bestimmt, ob du später den bequemen Add-on-Store hast oder dich mit jedem Zusatzdienst einzeln herumschlägst.

Die vier Varianten – kurz erklärt

  • Home Assistant OS (HA OS): Ein komplettes, schlankes Betriebssystem, das nur Home Assistant macht. Inklusive Supervisor und Add-on-Store (Mosquitto, Zigbee2MQTT, Node-RED & Co. per Klick). Updates laufen sauber über die Oberfläche. Die empfohlene Variante.
  • Supervised: Wie HA OS, aber auf einem eigenen Debian-System. Du bekommst Add-ons, trägst aber selbst Verantwortung fürs Host-OS – und nur eine sehr enge Konfiguration gilt als unterstützt. Nische für Leute, die genau wissen, was sie tun.
  • Container: Home Assistant als einzelner Docker-Container. Schlank und sauber im Homelab – aber kein Supervisor, kein Add-on-Store. Dienste wie MQTT oder Zigbee2MQTT betreibst du selbst als eigene Container.
  • Core: Home Assistant direkt in einer Python-Umgebung (venv). Maximale Kontrolle, maximaler Pflegeaufwand. Praktisch nur für Entwickler relevant.

Welche Variante für wen?

Kurzempfehlung

Einsteiger & die meisten Nutzer: Home Assistant OS – auf einem Raspberry Pi oder in einer VM. Homelab mit bestehendem Docker-Stack: Container, wenn du Add-ons ohnehin selbst als Container fährst. Supervised/Core: nur mit klarem Grund.

Die ehrliche Faustregel: Wenn du nicht sicher bist, nimm HA OS. Der Add-on-Store nimmt dir am Anfang enorm viel Friemelei ab – MQTT-Broker, Zigbee-Bridge, Backups, allesamt ein Klick. Die Container-Variante ist verlockend sauber, kostet dich aber genau diesen Komfort: Jeder Zusatzdienst wird ein eigener Container, den du selbst verdrahtest.

Mein Setup: HA OS in einer KVM-VM

Ich fahre Home Assistant als HA OS in einer KVM/QEMU-VM auf meinem Debian-Homelab-Server. So habe ich den vollen Add-on-Komfort von HA OS, aber laufe nicht auf dedizierter Hardware, sondern teile mir den Server mit anderen VMs. Wie das konkret aufgesetzt wird, steht im Detail hier: Home Assistant OS in KVM/QEMU.

Für den klassischen Einstieg ist aber ein Raspberry Pi der einfachste Weg – günstig, sparsam, und HA OS ist dafür gemacht.

Wichtig am Pi: Setz nicht auf eine MicroSD-Karte, die unter dem ständigen Datenbank-Schreiben von Home Assistant früh stirbt. Ein Pi 5 mit NVMe-Kit ist der langlebige Unterbau – das nutze ich auch im Homelab:

Schnellstart: HA OS auf dem Raspberry Pi

Der einfachste Weg geht über den Raspberry Pi Imager:

  1. Imager installieren und starten.
  2. Unter Choose OS → Other specific-purpose OS → Home Assistant and home automation → Home Assistant OS das Image für deinen Pi wählen.
  3. Auf NVMe-SSD (oder zur Not SD-Karte) schreiben, ins Gerät stecken, Netzwerk per Kabel anschließen, einschalten.
  4. Nach ein paar Minuten ist die Oberfläche erreichbar:
text
http://homeassistant.local:8123

Falls homeassistant.local nicht auflöst (mDNS-Probleme im Netz), nimm die IP-Adresse des Pi aus deinem Router. Den Rest – Benutzer anlegen, Standort, erste Geräte – führt dich der Onboarding-Assistent durch.

Schnellstart: HA als Docker-Container

Läuft bei dir schon ein Docker-Host, reicht eine kleine compose.yaml:

yaml
services:
  homeassistant:
    image: ghcr.io/home-assistant/home-assistant:stable
    container_name: homeassistant
    volumes:
      - ./config:/config
      - /etc/localtime:/etc/localtime:ro
    restart: unless-stopped
    network_mode: host

network_mode: host ist hier kein Schönheitsfehler, sondern nötig, damit Home Assistant Geräte im lokalen Netz per Auto-Discovery findet. Denk daran: In dieser Variante gibt es keinen Add-on-Store – einen MQTT-Broker oder Zigbee2MQTT startest du als eigene Container daneben.

Was ich weggelassen habe

  • Supervised auf eigenem Debian: klingt nach dem Besten aus beiden Welten, ist aber wartungsintensiv und nur in einer engen Konfiguration offiziell unterstützt. Für Einsteiger der falsche Weg.
  • Core im venv: übersprungen – zu viel manuelle Pflege für zu wenig Mehrwert außerhalb von Entwicklung.
  • HAOS in Proxmox/LXC: beliebt, aber LXC ist offiziell nicht unterstützt; ich bevorzuge die saubere VM.

Fazit & Ausblick

Für fast alle ist Home Assistant OS die richtige Wahl – auf einem Raspberry Pi am einfachsten, in einer VM am flexibelsten. Die Container-Variante ist die saubere Homelab-Option, wenn du den Add-on-Komfort nicht brauchst. Steht die Installation, geht es ans eigentliche Verständnis: Was sind Entities, Devices und Integrationen – und wie hängt das zusammen? Genau das nehme ich mir im nächsten Einsteiger-Artikel vor.

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