Home Assistant installieren: HA OS, Container oder Core?
Die vier Installationsvarianten ehrlich verglichen – und welche zu deinem Setup passt
Dieser Artikel ist Teil des Home Assistant Guides – dem kuratierten Lernpfad für dein Smarthome.
Home Assistant ist die Schaltzentrale für ein lokales, datenschutzfreundliches Smarthome – aber der Einstieg beginnt mit einer Entscheidung, die viele Anfänger überrumpelt: In welcher Form installiere ich es überhaupt? Es gibt vier offizielle Varianten, und die Wahl bestimmt, ob du später den bequemen Add-on-Store hast oder dich mit jedem Zusatzdienst einzeln herumschlägst.
Die vier Varianten – kurz erklärt
- Home Assistant OS (HA OS): Ein komplettes, schlankes Betriebssystem, das nur Home Assistant macht. Inklusive Supervisor und Add-on-Store (Mosquitto, Zigbee2MQTT, Node-RED & Co. per Klick). Updates laufen sauber über die Oberfläche. Die empfohlene Variante.
- Supervised: Wie HA OS, aber auf einem eigenen Debian-System. Du bekommst Add-ons, trägst aber selbst Verantwortung fürs Host-OS – und nur eine sehr enge Konfiguration gilt als unterstützt. Nische für Leute, die genau wissen, was sie tun.
- Container: Home Assistant als einzelner Docker-Container. Schlank und sauber im Homelab – aber kein Supervisor, kein Add-on-Store. Dienste wie MQTT oder Zigbee2MQTT betreibst du selbst als eigene Container.
- Core: Home Assistant direkt in einer Python-Umgebung (venv). Maximale Kontrolle, maximaler Pflegeaufwand. Praktisch nur für Entwickler relevant.
Welche Variante für wen?
Einsteiger & die meisten Nutzer: Home Assistant OS – auf einem Raspberry Pi oder in einer VM. Homelab mit bestehendem Docker-Stack: Container, wenn du Add-ons ohnehin selbst als Container fährst. Supervised/Core: nur mit klarem Grund.
Die ehrliche Faustregel: Wenn du nicht sicher bist, nimm HA OS. Der Add-on-Store nimmt dir am Anfang enorm viel Friemelei ab – MQTT-Broker, Zigbee-Bridge, Backups, allesamt ein Klick. Die Container-Variante ist verlockend sauber, kostet dich aber genau diesen Komfort: Jeder Zusatzdienst wird ein eigener Container, den du selbst verdrahtest.
Mein Setup: HA OS in einer KVM-VM
Ich fahre Home Assistant als HA OS in einer KVM/QEMU-VM auf meinem Debian-Homelab-Server. So habe ich den vollen Add-on-Komfort von HA OS, aber laufe nicht auf dedizierter Hardware, sondern teile mir den Server mit anderen VMs. Wie das konkret aufgesetzt wird, steht im Detail hier: Home Assistant OS in KVM/QEMU.
Für den klassischen Einstieg ist aber ein Raspberry Pi der einfachste Weg – günstig, sparsam, und HA OS ist dafür gemacht.
Wichtig am Pi: Setz nicht auf eine MicroSD-Karte, die unter dem ständigen Datenbank-Schreiben von Home Assistant früh stirbt. Ein Pi 5 mit NVMe-Kit ist der langlebige Unterbau – das nutze ich auch im Homelab:
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Schnellstart: HA OS auf dem Raspberry Pi
Der einfachste Weg geht über den Raspberry Pi Imager:
- Imager installieren und starten.
- Unter Choose OS → Other specific-purpose OS → Home Assistant and home automation → Home Assistant OS das Image für deinen Pi wählen.
- Auf NVMe-SSD (oder zur Not SD-Karte) schreiben, ins Gerät stecken, Netzwerk per Kabel anschließen, einschalten.
- Nach ein paar Minuten ist die Oberfläche erreichbar:
http://homeassistant.local:8123
Falls homeassistant.local nicht auflöst (mDNS-Probleme im Netz), nimm die IP-Adresse des Pi aus deinem Router. Den Rest – Benutzer anlegen, Standort, erste Geräte – führt dich der Onboarding-Assistent durch.
Schnellstart: HA als Docker-Container
Läuft bei dir schon ein Docker-Host, reicht eine kleine compose.yaml:
services:
homeassistant:
image: ghcr.io/home-assistant/home-assistant:stable
container_name: homeassistant
volumes:
- ./config:/config
- /etc/localtime:/etc/localtime:ro
restart: unless-stopped
network_mode: host
network_mode: host ist hier kein Schönheitsfehler, sondern nötig, damit Home Assistant Geräte im lokalen Netz per Auto-Discovery findet. Denk daran: In dieser Variante gibt es keinen Add-on-Store – einen MQTT-Broker oder Zigbee2MQTT startest du als eigene Container daneben.
Was ich weggelassen habe
- Supervised auf eigenem Debian: klingt nach dem Besten aus beiden Welten, ist aber wartungsintensiv und nur in einer engen Konfiguration offiziell unterstützt. Für Einsteiger der falsche Weg.
- Core im venv: übersprungen – zu viel manuelle Pflege für zu wenig Mehrwert außerhalb von Entwicklung.
- HAOS in Proxmox/LXC: beliebt, aber LXC ist offiziell nicht unterstützt; ich bevorzuge die saubere VM.
Fazit & Ausblick
Für fast alle ist Home Assistant OS die richtige Wahl – auf einem Raspberry Pi am einfachsten, in einer VM am flexibelsten. Die Container-Variante ist die saubere Homelab-Option, wenn du den Add-on-Komfort nicht brauchst. Steht die Installation, geht es ans eigentliche Verständnis: Was sind Entities, Devices und Integrationen – und wie hängt das zusammen? Genau das nehme ich mir im nächsten Einsteiger-Artikel vor.
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