Heizungssteuerung auf ein neues Level
Ein Umstieg von Home Assistant Bosch Custom Component zu EMS-ESP
Warum der Wechsel zu EMS-ESP?
Die Bosch Custom Component war lange Zeit eine großartige Lösung, um das KM100-Gateway über das Netzwerk auszulesen. Das Problem: Die zugrundeliegende Bibliothek wurde nicht rechtzeitig an die Änderungen in Python 3.12 angepasst, wodurch das Modul in neueren Home Assistant-Versionen (ab 2024.2) schlichtweg den Dienst verweigerte.
Die Lösung? Ein Hardware-Upgrade auf EMS-ESP. Diese Open-Source-Firmware läuft auf einem ESP-Mikrocontroller (wie dem ESP32) und klinkt sich direkt in den EMS-Bus der Heizung ein. Die Daten werden über MQTT an Home Assistant gesendet, was die Einbindung extrem stabil und völlig unabhängig von Python-Updates macht.
1. Hardware und Anschluss
Für den Wechsel benötigst du ein EMS-ESP-kompatibles Board (z.B. von bbqkees-electronics). Dieses Board wird über das mitgelieferte Kabel einfach in die Service-Buchse der Heizung gesteckt. Das Gateway wird über die Service-Buchse direkt mit Strom versorgt, es ist also kein zusätzliches Netzteil nötig.
2. Konfiguration in EMS-ESP
Sobald das Board angeschlossen ist, öffnet es einen eigenen WLAN-Access-Point. Verbinde dich damit, trage die Zugangsdaten für dein heimisches WLAN ein und rufe danach das Web-Interface im Browser auf. Unter den MQTT-Einstellungen gibst du die IP-Adresse und Zugangsdaten deines MQTT-Brokers (meistens Mosquitto in Home Assistant) an.
3. Integration in Home Assistant
Dank MQTT Auto-Discovery ist die Einbindung in Home Assistant ein Kinderspiel. Sobald EMS-ESP die ersten Daten sendet, tauchen sämtliche Sensoren (Vorlauftemperatur, Kesseltemperatur, Warmwasser) sowie Entitäten zur Steuerung (Heizkurve, Zieltemperatur) automatisch unter den MQTT-Geräten in Home Assistant auf.
Der Wechsel mag anfangs nach etwas Hardware-Arbeit klingen, belohnt aber mit einer wesentlich reaktionsschnelleren und zukunftssicheren Heizungssteuerung!